Eintrag 14

Ich habe bisher etwas verschwiegen, auch wenn ich mich äusserst bemüht habe Klarheit, eine Eindeutigkeit der Lage zu schaffen, und gerade im Äusseren, jedoch was vorenthalten wurde ist der durchaus unsachliche Fakt, dass ich seit Eintrag 1 nicht mehr trinke, also im...

Eintrag 13

Schau. Wie sie da sitzen, die liberale Lässigkeit dick ins Haar gekämmt, politische Sülze im Morgengrau. Das weisse Hemd mängelfrei glatt, wie die Rasur, gestärkt aufgeschlagen in die Konformität der Selbstbestimmung und Verachtung, ja die Verachtung macht den...

Eintrag 12

Wir verschwinden. In der Wiederholung des Unsichtbaren, Ungreifbaren, und Fremden, der hohlen Nähe, im Banal, in der Wiederholung und Beschwichtigung des Selbst, in der permanenten retrospektiven pathologischen Selbst-Erneuerung, in der Alternativlosigkeit der...

Eintrag 11

Das Papier auf dem ich schreibe ist weiss. Und es ist kein Papier, es ist die Simulation einer Rechenmaschine, eines Laptops, auf dessen Rücken das göttliche Zeichen des Fetisch leuchtet. Ich habe die Typographie auf Typewriter gestellt so wirkt die Simulation echter,...

Eintrag 10

Mitleid mit aller Nachkommenschaft, nicht weil sie sich direkt mit dem Erbe des Jetzt und Vorher auseinandersetzen werden müssen, das ist unabänderlich und unvermeidbar, jedoch, dass diese Nachkommenschaft eben das Erbe bereits in sich trägt und damit die...

Eintrag 8

Bei aller Errettungswut des homo sapiens, was wird denn geschehen sollten wir es tatsächlich noch einmal schaukeln unserer Natur von der Schippe gesprungen zu sein. Sollte noch einmal der Tanz um den rotglühenden Kern des Planeten geglückt sein. Bravo! Bravo! Werden...

Eintrag 7

Wer diesen Leib domestiziert wird die totale Herrschaft über nicht nur den Menschen an sich und was an hohler Masse dann und nur noch von ihm über ist, sondern auch Herrschaft über alle Zeiten sich erwerben. Zeitlose Macht, das weltenschaffende Fremde, ars...

Eintrag 6

Was haben wir denn da nur zugelassen! Und was lassen wir zu permanent und immer und immer wiederkehrend, lassen geschehen, ja machen Geschehen! Lassen mit uns machen, machen mit bei dem Verlassen, so weit weg in uns selbst und von uns anderen, und beschweren uns ganz...

Eintrag 5

The Show must go on. Hoch die Internationale Show! Denn wir wollen nicht stehen bleiben, nur zum Strammstehen um uns des Marschierens zu erinnern. Das Wir, das einzeln wie einer Laus gleich aus der Solidarität aus Ähnlichkeit herausgekämmt um im Scheinwerferlicht des...

Eintrag 4

Und um sicher zu gehen, dass sich die Toten nicht erheben und die Schichten zum Beben erzürnen hatten wir uns ein Monster aus Maschine geschaffen, der Technologie unwiederbringlichen Dank, des Fortschritts grosser Coup d’état, des Ingenieurs Verschwinden in...

Eintrag 3

Was für ein trauriger, fast schon unansehnlicher Fleck Fleisch wir doch sind auf dem Weltenteleskop der Weite. Gefangen wie ein Fetzen Köder in einer Falle, die wir, man darf schon fast behaupten, versehentlich uns gestellt, in hysterischer Euphorie über die...

Eintrag 2

Stark wollen wir sein. Wer will das nicht. Wer will nicht zu den Bevorteilten der Welt sich zählen, der schwachen Zweckdienlichkeit in vollem Maße sich ergeben, uns schon der Arm der Verwaltung die Brust durchstoßen, das Herz entrissen und jeglichen Charakter uns...

Eintrag 1

Ich schreibe im Jahr 2019. Eine Bestandsaufnahme. – Wieder setzen wir unsere Hoffnung auf das Heldentum. Auf den Held. Einen Führer. Als ist es ein untotbares Spiel um Macht oder Ohnmacht. Auf dass wir selbst Held sein werden, weil wir uns richtig entschieden haben,...